10 Dinge über Ärzte und Sanitäter

Im Einsatz auf dem Fußballplatz

Das Verhältnis zwischen Fußballern und Sanitätern kann sehr unterschiedlich und durchaus kurios sein. Wir präsentieren die zehn besten Geschichten über verwirrte Sanitäter, Wunderheiler und einen Lothar Matthäus, der hart im Nehmen ist. 10 Dinge über Ärzte und Sanitäter
Heft#121 12/2011
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1. Tanz den Peter Briegel

Von der Euro 1980 brachte Hans-Peter Briegel eine langwierige Knöchelverletzung mit. Lauterns Trainer Feldkamp giftete, Briegel sei »nachlässig behandelt worden«. Nationalmannschaftsarzt Hess gab zurück: »Briegel war selbst schuld, bei der Siegesfeier tanzte er stundenlang mit.« Kronzeuge Jupp Derwall: »Briegel rannte von Arzt zu Arzt und blieb bei dem, der die günstigste Diagnose stellte.«

2. Lastenausgleich

Beim Spiel der portugiesischen Drittligisten Academico de Viseu und Sanjoanense im Oktober 2011 wälzte sich ein Kicker am Boden. Zwei Sanitäter, hoben ihn auf die Trage, zogen dann aber in unterschiedliche Richtungen. Absetzen wollte jedoch auch keiner der bockigen Helfer. Unter dem Gelächter der Zuschauer wurde der schwankende Spieler trippelnd vom Platz getragen.

3. Rustikale Erstversorgung

Als Rot-Weiß Oberhausen in der Saison 1969/70 bei Borussia Dortmund antrat, verletzte sich Verteidiger Friedhelm »Baba« Kobluhn am rechten Daumen. Das sah optisch so unschön aus, dass die Kollegen einen glatten Bruch vermuteten. Das sah Dr. Franz Hecker, der Oberhausener Vereinsarzt, anders, lenkte den Blick des Routiniers auf einen imaginären Punkt am Horizont und renkte den Finger fachkundig – knack! – wieder ein.

4. Manfred und Franz

Mitte der siebziger Jahre plauderte Franz Beckenbauer über innovative Behandlungen: »Mehrmals im Monat nimmt mir mein Freund Manfred Köhnlechner Blut aus einer Armvene und spritzt es in den Hintern. Dadurch entsteht eine künstliche Entzündung, die Zahl der weißen und roten Blutkörperchen vermehrt sich, Widerstandskräfte werden mobilisiert!«  Und das schon beim Zuhören.

5. Grün wird Blau

Dr. Gisela Israel fuhr als Mannschaftsärztin von Dynamo Dresden 1967 im Messepokal zu den Glasgow Rangers, trug aber in Ibrox versehentlich ein Kostüm in den grünen Farben des Rivalen Celtic. »Ein blauer Mantel musste das grüne Kostüm verdecken und die Situation retten«, erinnerte sie sich später. »Man erzählte mir nach dem Spiel, dass ich schon allein durch die Tatsache, dass ich als Frau mit auf der Spielerbank saß, Aufsehen erregt hatte.«

6. Eingeimpft

Während des Revierderbys 1969/70 in Dortmund wurde der Schalker Friedel Rausch bekanntlich vom Schäferhund Rex gleich zweimal in den Allerwertesten gebissen. Dass Rausch weiterspielen konnte, hatte er einer vom Schalker Mannschaftsarzt mitleidslos verabreichten Tetanusspritze zu verdanken. Hinterher plagten Rausch nicht nur Schmerzen im Hintern, sondern auch die dämlichen Kommentare der Kollegen. Die so: »Stell dir vor, der Hund hätte dich vorne gebissen.« Er so: »Dann hätte der Köter seine Zähne verloren.«

7. Beinhart

Wolfgang Weber vom 1. FC Köln verletzte sich im Viertelfinale des Landesmeisterpokals 1965 gegen Liverpool am Wadenbein. In der Halbzeit forderte der Mannschaftsarzt Weber auf, testweise mehrfach von der Kabinenbank zu springen. Das gelang dem Verteidiger unter höllischen Schmerzen, also musste er weitermachen. Er hielt bis zum Schlusspfiff durch und bekam später die genaue Diagnose: ein glatter Bruch des Wadenbeins.

8. Knöchelverzeichnis

Auch Lothar Matthäus war hart im Nehmen. Einmal diagnostizierte Bayern-Arzt Müller-Wohlfahrt ein gerissenes Knöchelband. Als er Matthäus jedoch sanft vom Feld führen wollte, suchte der Beistand bei Udo Lattek: »Trainer, ich kann weiterspielen!« Durfte Matthäus aber nicht. »Das geht auf keinen Fall«, rief Müller-Wohlfahrt, »das Band ist gerissen«. Lattek hielt zum Mediziner.

9. Geheimtreffen

Müller-Wohlfahrt war übrigens beim Deutschen Fußball-Bund nicht immer so wohlgelitten wie heute. Während der WM 1990 in Italien etwa betrachtete der DFB-Orthopäde Heinrich Hess das Wirken des Kollegen mit ausgeprägter Skepsis. Weil die Spieler auf die heilenden Hände Müller-Wohlfahrts nicht verzichten wollten, nahm der Mediziner stets diskret die Abendmaschine von München nach Mailand und praktizierte, unbemerkt vom Ärztestab, in tiefer Nacht.

10. Der Herr Doktor

Hier Fußballer, dort Ärzte. Vermischt sich beides, sorgt das für gehörige Irritation im Mannschaftskreis. Wie im Falle des angehenden Mediziners Jupp Kapellmann, dessen fußballfremder Zweitberuf den Kollegen Manfred Kaltz nachhaltig verstörte: »Was, der Kapellmann wird Arzt?« fragte Kaltz indigniert: »Der wird doch Doktor!«

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