6. Als der »etwas andere« Profi gilt hierzulande Thomas Broich. Von seinen Mitspielern »Mozart« genannt, schaute Broich Zeit seiner Karriere stetig über den Tellerrand und schrieb sich zu seiner Gladbacher Zeit an der Düsseldorfer Uni ein, um Philosophie zu studieren. Ein schönes Spielchen für die Medien, denn Broich posierte auch mal gerne mit Büchern und Baskenmütze. Was die wenigsten wissen: Broich war nicht der einzige Student im Team. Auch die Mitspieler Zé Antonio und Kasey Keller waren damals eingeschrieben. Keller, der aus England gekommen war, sagte dazu: »Es ging bei den englischen Profis immer nur um Autos, Alkohol und Frauen.« Ein Prioritätenverhältnis, dass sich zu zwei Dritteln mit dem zahlreicher Studenten deckt.
7. Auch in der Riege der studierten Fußballer: Hans-Jörg Butt. Der ehemalige Nationaltorhüter begann während seiner Karriere ein Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Fernuni. Von der »Bild« darauf angesprochen, maulte Butt: »Ja, BWL, als Fernstudium, zehntes Semester. Aber jetzt fangt nicht an mit ›Der etwas andere Profi‹ oder so was!« Na gut, dann nicht.
8. Genervt reagierte einst auch Richard Golz. Als ihn ein Journalist auf das Klischee der Studentenstadt Freiburg ansprach und allen Ernstes wissen wollte, ob das Universitätsleben auch in der Kabine zu bemerken sei, fuhr der Tormann dem Schreiber sarkastisch übers Maul. »Ja, klar. Vor lauter Philosophieren über Schopenhauer kommen wir gar nicht mehr zum Trainieren.« Na na na, man wird ja wohl noch eine total dumme Frage stellen dürfen.
9. Eine Sonderstellung im mexikanischen Fußball nehmen die UNAM Pumas ein. Die Pumas sind nämlich nicht nur eines der erfolgreichsten Teams des Landes, sondern darüber hinaus auch eine Universitätsmannschaft. Natürlich sind nicht mehr alle Kicker zugleich Studenten, 2009 waren aber immerhin noch sechs Profis an der Uni eingeschrieben. Das eigene Stadion mit einem Fassungsvermögen von 72.449 steht auf dem Uni-Gelände, die Meisterschafte werden auf dem Campus gefeiert. Die vielleicht beste Uni-Party der Welt? Nicht auszuschließen.
10. Zum Abschluss ein kleiner Schwenk in die Niederungen des Freizeitfußballs. Fester Bestandteil des Uni-Lebens sind mittlerweile die Uni-Ligen, in denen Freizeit-Teams gegeneinander antreten, um festzustellen, wer weniger amateurhaft ist. An sich eine nette Sache, die traditionell witzige, Entschuldigung, »witzige« Namensgebung der Teams birgt aber durchaus Fallstricke. In der Uniliga Göttingen etwa hatten sich zwei Teams die Namen »Eintracht Frauenschweigt« und »FC Siewillja« gegeben und die Wappen mit halbnackten Frauen garniert. Was folgte, war eine Sexismusdebatte. Wir wollen diese hier nicht wieder aufnehmen und distanzieren uns natürlich von jeder Form von Sexismus. Deshalb weisen wir lieber auf Namen von anderen Uni-Teams hin, die empfindlich genau unseren Pennälerhumor treffen: Wacker Durchsaufen. Ballerdasdarein Istanbul. Arsenal Longdong. Glashoch Rangers. Glasbier Rangers. Fellatio Rom. AS Rum. Boavista Porno. Und schließlich unser Favorit: Die Elfenbeinbrüste